Stadtanzeiger Offenburg

Michael Rekow zeigt, wie man Feuerwerk richtig und sicher zündet. Michael Rekow zeigt, wie man Feuerwerk richtig und sicher zündet. Foto:bos

Damit die Knallerei nicht im Krankenhaus endet

Quelle: Stadtanzeiger Offenburg - 41. Jahrgang

Der Sicherheitsexperte Michael Rekow gibt Tipps zum Umgang mit Feuerwerk

Ortenau (bos). Wie die Geschenke zu Weihnachten, so gehören Wunderkerzen und ein möglichst effektvolles Feuerwerk zu Silvester. Pünktlich
zum Jahreswechsel darf auch in der Ortenau am 31. Dezember und 1. Januar wieder von 0 bis 24 Uhr geböllert werden. Ab Freitag, 28. Dezember, bis Montag, 31. Dezember, können Verbraucher Feuerwerksartikel der Klasse 2 für den Jahreswechsel erwerben.

Damit der Spaß nicht im Krankenhaus oder mit der Feuerwehr endet, sollten einige Sicherheitshinweise beachtet werden. Der Pyrotechniker Michael
Rekow aus Kehl-Goldscheuer erklärt, woran sicheres Feuerwerk erkannt werden kann, wann geknallt werden darf und wie es richtig gezündet wird. In
Deutschland prüft die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) Feuerwerkskörper auf ihre Sicherheit.

Nur bei Artikeln, die dieses Prüfsigel aufweisen, ist davon auszugehen, dass sie den geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen. In puncto Sicherheit
könne kein Unterschied zwischen Discounterware und einem Feuerwerk vom Pyrotechniker gemacht werden, sagt Rekow. „Allerdings sind die Effekte kleiner und nicht ganz so prachtvoll wie bei uns, auch die Angebotspalette ist hier vielfältiger“, erklärt der Fachmann. Aber selbst wenn das Rohmaterial
allen Sicherheitsanforderungen entspricht, müssen beim Anzünden einige Dinge beachtet werden. Zunächst sollten Feuerwerke immer im Freien auf der Straße und nicht auf dem Balkon, Hausmauern oder Rasenflächen gezündet werden. Nachdem die Schutzhülle der Rakete entfernt wurde, sorgt ein gefüllter Getränkekasten für einen guten Stand, indem die Rakete in eine leere Flasche gestellt wird. Bei ganzen Feuerwerksbatterien empfiehlt der
Fachmann, diese auf ein Holzbrett zu stellen und rund herum mit Spaxschrauben zu sichern. Batteriefeuerwerke besitzen eine zweite Zündschnur, so dass
sie im Bedarfsfall noch einmal gezündet werden können. Dazu sollte man sich seitlich neben den Kasten stellen, in die Hocke gehen und die Zündschnur
mit Hilfe von Anbrennstäben oder einem Stabfeuerzeug und dem ausgestreckten
Arm anzünden. Dann hat man
sechs bis acht Sekunden Zeit,
um sich zu entfernen. Auf keinen
Fall beim Anzünden über
den Effekt beugen, warnt Rekow.
Und zur Sicherheit einen
Feuerlöscher oder einen gefüllten
Wassereimer griffbereit
stellen. Eines liegt dem Pyrotechniker
besonders am Herzen:
„Liegengebliebene Fehlzündungen,
sogenannte Versager,
sollten nicht nochmal angezündet
werden. Bevor man sie entsorgt,
empfiehlt er einen Eimer
Wasser darüber zu schütten, „so
geht man auf Nummer sicher“.
Die aktuelle Gesetzteslage
sieht vor, dass Feuerwerke der
Klasse 2 in Deutschland erst
ab 18 Jahren erworben und
verwendet werden dürfen. In
Frankreich darf dagegen nur
noch Klasse 1 verkauft und eingeführt
werden, so der Experte.
Weitere Sicherheitshinweise
zum Silvesterfeuerwerk findet
man auf der Hompage des
Verbands der pyrotechnischen
Industrie (www.vpi.de) unter
„Aktuelles“.

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